Der Schwarze Peter

Kulturweg Grafen, Gold und Schwarzer Peter

Den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen - das möchte keiner! Denn es bedeutet, die Schuld für irgendetwas tragen zu müssen. Und so ist es auch im gleichnamigen Kartenspiel, bei dem derjenige verliert, der als Letzter die Karte des Schwarzen Peters in der Hand hält.

Aber kaum jemand weiß, dass der Begriff und das Kartenspiel auf eine reale Person hier aus Burgen zurückgeht.

Johann Peter Petri wurde am 24. März 1752 in Burgen in der heutigen Schulstraße geboren. Nach seiner Hochzeit mit der Tochter eines Köhlers zog er zu deren Vater in den Hunsrück nach Hüttgeswasen - damals eine Ansiedlung von Holzarbeitern. Petri arbeitete wie sein Schwiegervater als Köhler. Vermutlich wurde hiervon sein Spitzname »Schwarzer Peter« oder »Schwarzpeter« abgeleitet, da die Arbeit eines Köhlers, der Holz zu Holzkohle verarbeitete, nicht nur besonders mühselig war, sondern auch außerordentlich schmutzig.

Der Schwarze Peter geriet auf die schiefe Bahn, als seine Wohnhütte 1794 von französischen Besatzungssoldaten niedergebrannt wurde. Mittellos geworden schloß er sich der Räuberbande des Schinderhannes an. Zu Lebzeiten überstieg sein krimineller Bekanntheitsgrad sogar den seines heute viel berühmteren Spießgesellen

1811 geriet er schließlich in die Fänge der Justiz und wurde zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe in Frankreich verurteilt.

Der Schwarze Peter starb »im Säuferwahn«. Das Jahr seines Todes ist unbekannt. Während seiner Gefängnisjahre soll er das gleichnamige Kartenspiel für sich und seine Mitgefangenen erfunden haben. Vielleicht sah er ja in dem Spiel einen Spiegel seines eigenen Lebens. Denn wer am Ende den Schwarzen Peter hat ... der hat verloren.

Schwarzer Peter Bande

Die Bande des Scharzen Peters (sitzend Mitte)

Die Herkunft des Drucks ist unbekannt, daher ist es auch fragwürdig, ob die dargestellten Personen tatsächlich authentisch sind.